Macadamia-Joghurt selber machen (probiotisch!)

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Joghurt Histaminintoleranz

Oft werde ich von meinen Bloglesern nach Alternativen für ihr Frühstück gefragt. Beim Blog von Steffi (kochtrotz.de) habe ich eine, wie ich finde, geniale Idee fürs Frühstück gefunden: Einen veganen, paleo-tauglichen und zugleich probiotischen Joghurt – mehr kann aus einer Macadamia nicht werden 😉 Und das Beste: Wir brauchen dazu nicht einmal zusätzliche Gerätschaften in Form eines Joghurt-Makers.

Warum Macadamia-Nüsse?

Nicht umsonst wird diese Nuss auch die Königin aller Nüsse genannt:

  1. Nach der SIGHI-Liste ist dies die einzigste echte Nusssorte, welche ohne Probleme bei einer Histaminintoleranz vertragen wird. Auch in größeren Mengen.
  2. Durch den geringen Anteil an Phytinsäure und des hohen Anteils an einfach ungesättigten Fettsäuren gehören Macadamias auch aus Sicht von Paleo zu den wohl gesündesten Nüssen.

Wo gibt’s Macadamia-Nüsse am günstigsten?

Man findet sie in allen Supermarkt-Ketten. Jedoch immer in der gesalzenen Variante. Einzig und allein im Edeka habe ich sie in der naturbelassenen Form entdeckt. Allerdings zum Preis von knapp 6 Euro für 100 gramm.

Bei Amazon sind sie am günstigsten. Ein Kilo Macadamias für knapp 30 Euro ist ein fairer Preis, verglichen mit dem Angebot von Edeka.


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Macadamia

5.0 from 1 reviews
Macadamia-Joghurt (probiotisch!) selber machen
 
Rezeptart: Joghurt
Ernährungsstil: Vegan, Paleo, Rohkost
Zutaten
  • 100 gr Macadamias (blanchierte Mandeln gehen auch)
  • 200 - 300 ml gefiltertes (wichtig, da es keimfrei sein muss) Leitungswasser / Quellwasser
  • 1 Kapsel Probiotikum OptiBac "For Daily Immunity"
  • 1 TL Honig (als Futter für das Probiotikum)
So wird's gemacht
  1. Die Macadamias ca. 4 Stunden in Wasser einweichen. Durch den geringen Gehalt an Phytinsäure reichen 4 Stunden aus. Wenn du blanchierte Mandeln verwendest solltest du diese für mindestens 8 Stunden einweichen.



  2. Danach werden die Macadamias unter fließendem Wasser ordentlich abgespült und kommen mit 200 ml gefiltertem Wasser und 1 TL Honig (als Futter für das Probiotikum) in einen Hochleistungsmixer und werden mindestens 1 Minute lang durchgemixt.





    Wichtig: Damit sich die probiotischen Kulturen gut vermehren können, müssen die Nüsse gut gemixt werden, d.h. wenn du einen Pürierstab benutzt musst du dementsprechend länger (ca. 4 Minuten) mixen

  3. Wenn du eine feinere und cremigere Konsistenz möchtest, kannst du die Nussreste mit einem Leinentuch herausfiltern. Ansonsten überspringst du diesen Schritt einfach.



  4. Probiotische Bakterien mögen kein Metall, deswegen füllen wir unsere Rohmasse erst in ein sauberes (keimfreies) Glas und geben dann das probiotische Pulver hinzu, dazu einfach die Kapsel aufdrehen und das Pulver mit einem Löffel aus Plastik oder Holz unterrühren (Muss gut verteilt sein)







  5. Jetzt spannen wir ein Stofftuch (die Bakterien brauchen Sauerstoff) mit Hilfe eines Gummis übers Glas und stellen es für 10-14 Stunden an einen möglichst warmen Ort, aber nicht in die Sonne. Der Geschmack wird joghurtähnlicher umso länger der Joghurt fermentieren kann.

    Bedenke auch, dass sich natürlich Histamin bilden wird, aber das bleibt eben nicht aus bei der Joghurt-Herstellung. Auch fertig zu kaufende probiotische Joghurts / Drinks wurden fermentiert und beinhalten Histmin, allerdings verwenden wir zum Fermentieren keine histaminbildenden Stämme wie z.B. Lactobacillus casei



    Wenn sich nach den 10 Stunden, Molke gebildet hat und Blässchen aufsteigen, hast Du alles richtig gemacht, und es ist Joghurt entstanden ;)





  6. Um den Fermentierungs-Prozess zu stoppen, geben wir den Joghurt danach für mindestens 8 Stunden in den Kühlschrank und verschließen ihn luftdicht mit dem Deckel. Falls du keinen passenden Verschluss hast, tut es auch Frischhaltefolie.

  7. Zum Schluß kannst du die Molke im Joghurt unterrühren und ihn noch mit Äpfeln oder frischen Heidelbeeren verfeinern.

 

Wichtig: Achte bei jedem Herstellungsschritt auf maximale Hygiene. Verwende keinen abgeschleckten Löffel ein zweites Mal zum Umrühren des Joghurts, das kann den kompletten Fermentierungs-Prozess zunichtemachen

Funktioniert das auch mit Mandeln?

Es klappt auch mit Mandeln. Bessere Ergebnisse habe ich allerdings mit Macadamias erzielt. Sprich, der Joghurt mit Mandeln hat nicht wirklich nach Joghurt geschmeckt und es hat sich auch weniger Molke gebildet. Wichtig, wenn du es mit Mandeln probierst, solltest du auf jeden Fall zu blanchierten Mandeln greifen. Die braune Mandelhaut ist sehr schwer verdaulich für die probiotische Bakterien.

Angst vor zu viel Histamin?

Logischer Weise entsteht beim Fermentierungs-Prozess auch Histamin. Anders als z.B. bei probiotischen Drinks, wie Yakult, aber ohne histaminbildende Stämme namens Lactobacillus casei und Co., da wir ein HIT-konformes Probiotikum verwenden.

Es spricht aber nichts dagegen den „Nussbrei“ direkt nach dem Mixen (also ohne Fermentierung) zu verspeisen. Das ist die histaminärmste Variante und auf jeden Fall auch einen Genuss wert.

Welches Probiotikum eignet sich zur Joghurt Produktion?

Sowohl mit Optibac „Daily Immunity“ als auch mit dem Produkt von Dr. Jacob`s, Lakto Bifido, hat es funktioniert. Letzteres hat gefühlsmäßig mehr Molke produziert und der Geschmack war säuerlicher.

Ich behaupte sogar es klappt mit jedem Probiotikum. Falls du also noch ein Probiotikum auf Vorrat hast, kannst du es erstmal damit ausprobieren. Eine Kapsel auf 100 gramm Nüsse bzw. 1 Teelöffel Probiotikum-Pulver reicht dicke aus.

Wie sind deine Erfahrungen mit dem Herstellen von diesem Joghurt? Oder hast du Fragen dazu? Hinterlasse ein Kommentar!

10 KOMMENTARE

  1. Das ist ja mal genial und sieht sehr, sehr lecker aus. Ich mache den normalen probiotischen Joghurt selbst :). Aber aus Macadamia Nüssen eine Joghurt herzustellen habe ich noch nicht gehört. Werde es aber mal ausprobieren und berichten :).

    Grüße, Max

  2. Hallo Xaver,

    bin gerade auf deine Seite gestoßen und sehr angetan, mal eine deutsche informative (!) Seite zum Thema zu finden.

    Ich habe vor etwa 2 Jahren auch diese Vorgehensweise angewandt mit Mandeln, da ich damals total auf dem veganen Rohkosttrip war und viele YT-Videos von Lou Corona angesehen hatte. Er ist jetzt 64 oder 65 und topfit, da kommt kein Obstrohköstler hinterher, wenn man dazu noch sein jugendliches Aussehen in Betracht zieht (Vergleich: Dr. Douglas Graham, er ist fast genauso alt …..).

    Jedenfalls habe ich damals heftige Symptome erlitten, als ich die ersten Löffel meines Joghurts verspeist hatte. Grund: ich hatte nicht wirklich Ahnung davon, dass es Probiotika mit histaminbildenden Stämmen gibt; bis ich bezüglich des Sunwarrior Proteins nachforschte und letztendlich bei „Low Histamine Chef“ angelangt bin.

    Ich denke inzwischen, dass generell Getreide sehr starke Entzündungen im Körper verursacht und zudem noch den Darm in arge Mitleidenschaft zieht gefolgt von einem hierdurch verursachten Vitaminmangel mit weiteren Folgen. Beweis hierfür ist wohl auch die gut funktionierende japanische Ernährungsweise, die zumindest bei den Okinawa-Bewohnern so gut wie kein Getreide (mit Ausnahme von Reis natürlich und etwas Buchweizennudeln) vorhanden ist. Ebenso wird kein zuckerreiches Obst gegessen und Obst generell nur in kleinen Mengen. Was hier noch wichtig ist: FETTARM!!

    Habe daher auch deutliche Verbesserungen gespürt, als ich die vegane Rohkost eingeschlagen hatte. Aber nach etwa 1,5 Jahren merkte ich: dir fehlt was. Und dieses Etwas war gut verfügbares Eiweiß. Dann machte ich leider – LEIDER – den Fehler, wieder mit der Getreidekost zu „supplementieren“, von da an ging es dann nur abwärts.

    Da kam dann irgendwann der Zeitpunkt, als ich anfing, Denise Mingers Blog zu lesen, über den ich früher nur gelacht hätte. Wie falsch ich lag, kristallisiert jetzt immer noch heraus ……

    Lange Rede, kurzer Sinn: danke, dass du dir die Mühe machst, deine Erfahrungen mit anderen Betroffenen zu teilen. Hoffe, du bleibst auch aktuell dran an der Sache, denn es gibt nicht viele, mit denen man sich auf logischer Basis zur HIT austauschen kann.

    Viele Grüße aus Bayern.

    • Hallo Manuela,

      danke für dein Lob 🙂

      Wie bist du denn auf das Sunwarrior Protein gekommen? Habe das auch mal eine Zeit lang genommen, also die Reis Variante, kratzte aber im Hals.

      Muss gestehen, ich nasche hin und wieder glutenhaltiges Gebäck und komme immer wieder zum gleichen Schluss – Es tut mir einfach nicht gut. Spüre das jetzt sogar viel deutlicher, wo ich es nur vlt 1 mal im Monat esse als früher. War durch die gewohnheit an den täglichen Getreidekonsum ein Stück weit „abgehärtet“ dagegen, dass ich garnicht merkte wie es mir schadete.

      Komme zur Zeit immer mehr mit der TCM Ernährungslehre in Kontakt. Nichts gegen die Rohkost, aber irgendwie sehen die meisten veganen Rohköstler blass und energielos aus. Mag sein dass man dadurch gute Blutwerte erreicht, aber auf Dauer entzieht es einem die körperenergie. Viele Rohköstler zieht es deswegen wahrscheinlich auch in wämere Länder…

      PS: hoffe du hast dich mittlerweile wieder von deinem getreide-fehltritt erholt 😉

      Viele Grüße zurück, ebenfalls aus Bayern

  3. Hallo Xaver,

    Kompliment für Deinen Blog, auf den ich jetzt erst gestoßen bin. 🙂 Das ist ja eine wahre Fundgrube hier für Leute mit HIT und anderen Unverträglichkeiten.
    Genau was ich brauche, denn ich vertrage immer weniger Lebensmittel, kämpfe mit HIT, Glutenunverträglichkeit, und vermute auch eine Milchallergie, denn meine Darm- und Hautprobleme werden regelmäßig schlimmer, wenn ich Milchprodukte verzehrt habe.
    Ich habe so viele gesundheitliche Probleme, die ich hier nicht alle aufzählen möchte. Doch mir wird immer bewusster, welch große Rolle meine Ernährung dabei spielt, und deshalb bin ich auf der Suche nach Lösungen und Alternativen.
    Es ist nicht einfach alles umzusetzen wenn man oft die Kraft nicht hat zum kochen/backen und auch niemand da ist, der das für einen übernehmen kann. Da sind Rückfälle in alte Ernährungsgewohnheiten vorprogrammiert, weil das eben die einfachste Variante ist (TK-Pizza in den Ofen werfen kriegt man halt immer irgendwie noch hin …). 🙁

    Danke und ein fettes Lob für Deine Rezepte und Beiträge – sehr wertvoll für uns Betroffene! 🙂

    Viele Grüße,
    Agnes

  4. Hallo,
    Kann man wohl etwas Joghurt auf Vorrat herstellen? Wie lange ist er ca. haltbar? Oder sollte man ihn wegen der HIT lieber immer „frisch“ machen?
    Liebe Grüße 🙂

    • Hallo Marleen,
      würde den Joghurt nicht länger als 3 Tage im Kühlschrank aufbewahren, sollte aber auch dann bei HIT kein Problem sein 😉
      Liebe Grüße
      Xaver

  5. Lieber Xaver,
    bin dank Google zufällig über deine Seite gestolpert!
    Kannte vorher Paleo nur von hörensagen, dank die weiß ich jetzt das wird meine neue Bibel!
    Hab auch schon einige Rezepte deiner Seite ausprobiert, sind echt Lecker! Hab dann aber gemerkt dass ich noch nicht soweit bin… (Verträglichkeit)
    Habe auch HIT in Verbindung mit Rheuma und einigen kleinere Körperreaktionen. Eine Mesiologin hat dies bei mir festgestellt, Gott sei Dank!
    Jedenfalls probier ichs mit Paleo AIP!
    Meine Frage nun:
    Verträgt man mit HIT selbstfermentiertes Gemüse auch? Z.B. Sauerkraut!
    Wie sieht es mit Apfelessig aus… Auf der SIGHI Liste ist der doch verträglich? Aber wirklich sicher bin ich mir nicht!
    Danke schon mal für deine Zeit!
    Und mach weiter so…👍😊da werden noch mehr deine Hilfe brauchen!
    Gruß aus m Allgäu

    • Liebe Andrea,
      das lässt sich leider nicht so pauschal beantworten.
      Es gab Zeiten da löste Sauerkraut direkt Durchfall aus und führte zu starken Blähungen. Inzwischen (seit es meinem Darm wieder gut geht) habe ich überhaupt keine Probleme mit Sauerkraut mehr, im Gegenteil habe das Gefühl dass es meiner Verdauung sogar gut tut. Mit dem Apfelessig ist es nicht anders. Ich würde mich langsam an die Lebensmittel rantesten, sprich es erstmal mit kleineren Portionen auszuprobieren.
      Viel Erfolg!
      LG
      Xaver

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